26.04.2018 ORDNUNGSAMT SAGT NEIN

Das Ordnungsamt der Stadt Köln hat dem geplanten so genannten Nachbarschaftsfest „Bunt im Block“ endgültig einen Riegel vorgeschoben. Begründet wird diese Entscheidung „mit mangelndem öffentlichen Interesse“, belegt durch hunderte von Unterschriften für die wir uns bei Euch bedanken.

Das Ordnungsatm teilt unsere Sorge um das Veedel. Wir wollen ein lebendiges buntes Veedel, in dem man lebt und kein Veedel als Bühne für Groß-Events aller Coleur.

Nach wie vor gilt, wir haben überhaupt nichts gegen ein Nachbarschaftsfest. Vielleicht nutzen wir den 27. Mai, um zu überlegen, wie ein solches Fest 2019 aussehen kann. Klein und fein, bunt und gemeinsam.

Bis dahin wünschen wir Euch viele sommerliche Wochenenden in unserem Veedel.

19.April 2018 – Bezirksvertretung Innenstadt „unterstützt“ Bunt im Block

Mit einer knappen Mehrheit hat die Bezirksvertretung Innenstadt beschlossen, das so genannte Non-Profit-Nachbarschaftsfest „Bunt im Block“ zu „unterstützen“.

Engelbert Rummel, Chef des Kölner Ordnungsamtes versprach in der Sitzung allerdings, die Bedenken der Anwohner gegen „Bunt im Block „sehr ernst“ zu nehmen. In seiner Eigenschaft als Leiter der städtischen Ordnungsbehörde habe er noch nie erlebt, dass Bürger sich explizit gegen ein Straßenfest aussprechen. Ohne Frage würde ein solches Fest spürbare Einschränkungen für die Anwohner mit sich bringen.

Die Bezirksvertretung sah sich außer Stande, zu definieren, wie „öffentliches Interesse“ zu bewerten sei. Fest steht, dass es weit mehr gültige Unterschriften gegen das Fest gibt als dafür.

Insgesamt sehen wir nach dieser Sitzung kaum Chancen auf eine Genehmigung eines Festes, das bei der großen Mehrheit der Anwohner auf Widerstand stößt.

15.04.2018 Petitionsende „Wem gehört die Südstadt“ – Ergebnis der Petition gegen „Bunt im Block“: insgesamt 1.578 Unterschriften

Liebe Unterzeichner unserer Petition !

Vielen Dank für Eure Stimme und Eure Unterstützung. Auch dank Euch haben wir viel bei den Südstädtern und der Veedelsöffentlichkeit bewegt.

Wir, die Initiative „Südstädter“, engagieren uns seit etwa vier Monaten gemeinsam und ehrenamtlich gegen das geplanten Event „Bunt im Block“. Zwischenzeitlich haben die BiB-Orgnisatoren einiges revidiert, korrigiert und Informationen offen gelegt, was unser Engagement im Nachhinein nochmal bestätigt hat.

Offizielles Endergebnis am 17.04.2018 an Frau OB Reker übergeben

Insgesamt haben 1.578 bis zum 15.04.2018 unsere Petition „Wem gehört die Südstadt“ unterzeichnet. Dieses Ergebnis haben wir am 17.04.2018 an Frau Reker übermittelt.

Von 1.578 Unterzeichnern haben 647 Personen ihre Unterschrift auf Listen und Flyer gesetzt. An der Online-Petition nahmen 931 Personen teil.

Gültigkeit der Stimmen

Das Ordnungsamt informiert: „Beurteilungsgrundlage für die Berücksichtigung der Unterschriften ist, dass derjenige, der unterschreibt, in dem von den Verkehrssperren betroffenen Bereich wohnt oder seinen Gewerbesitz hat. Diese Regel gilt sowohl für die Befürworter als auch Gegner eines Straßenfestes.“

Eine erste gewissenhafte Prüfung aller 647 „analogen“ Unterschriften hinsichtlich Doppelungen, Lesbarkeit und Wohnort ergaben 322 gültige Stimmen. Das sind in etwa 50 %. Schätzt man, dass nur 30% der 931 Unterzeichner der Online-Petition gültig sind, kommt man auf 613 Stimmen, die sich gegen das Fest „Bunt in Block“ in der beschriebenen Form aussprechen.

Offiziell ist noch nichts entschieden. Wir  halten Euch weiter auf dem Laufenden.

Kontakt

Ihr erreicht uns weiterhin per Mail über info@suedstaedter.koeln.

Mit besten Grüßen, die „Südstädter“

Kölner Stadtanzeiger berichtet am 11.04.2018: „Bunt im Block“ vor dem Aus

Auf der ersten Seite im Lokalteil steht: „Das Ordnungsamt will das neue Viertelsfest in der Südstadt „Bunt im Block“ offenbar nicht genehmigen. Weil einige hundert gültige Unterschriften gegen das Fest gesammelt worden sind, könne es nicht stattfinden, teilte ein Vertreter der Verwaltung in der Fraktionsvorsitzendenbesprechung der Bezirksvertretung (BV) Innenstadt mit. Man gehe von rund 300 gültigen Unterschriften aus. Ein positives Votum für das Fest, das in der nächsten Sitzung der BV fallen könnte, werde nicht bindend sein.

„Wer definiert in dieser Stadt, was im öffentlichen Interesse ist und was nicht?“, zürnt Bezirksbürgermeister Andreas Hupke von den Grünen. Er gehört zu den Befürwortern des Nachbarschaftsfestes, das ähnlich wie der erfolgreiche „Tag des guten Lebens“ aussehen sollte. Die Argumentation der Verwaltung ermögliche nun, dass jedes Fest im öffentlichen Raum von einigen wenigen Gegnern verhindert werden könne. (fra)“

Kommentar: „Wer definiert in dieser Stadt, was im öffentlichen Interesse ist und was nicht?“. Grundsätzlich eine gute Frage, Herr Hupke. Schade nur, dass wieder einmal von „einigen wenigen Gegnern“ gesprochen wird, sind es doch insgesamt bis heute weit mehr über 1.500 Unterzeichner der Petition „Wem gehört die Südstadt“. Es mag nicht jede Unterschrift zählen, weil sie unleserlich ist oder die Person nicht im Veranstaltungsraum wohnt. Aber es sind und bleiben mehr als „einige wenige Gegner“. Warum das unter anderem von Herrn Hupke und seiner Partei seit 4 Monaten weder wahr- noch ernstgenommen wurde und wird, bleibt merkwürdig.

Zum Thema „Einladung zur BürgerInnen-Versammlung von Herrn Hupke am 19.03.2018 um 19.30h in der Maternuskirche“

Herr Hupke setzt sich als Bürgervertreter für Gesprächskultur und Dialog in der Südstadt ein. Das ist völlig in Ordnung und etwas, das man auch erwarten könnte. Wenn diese Veranstaltung allerdings als Promotionveranstaltung für „Bunt im Block“ instrumentalisiert wird, so betrachten wir das als politisch „enthemmt“. Leider lädt Herr Hupke nicht beide Lager zu dieser Veranstaltung ein. Zu einem „respektvollen und fairen Umgang miteinander“ gehört es auch, der anderen Seite Raum zu geben.

Seit Wochen unterstützen Mitglieder der Grünen vehement das Projekt „Bunt im Block“, flankiert von „meinesüdstadt.de“ und in Zusammenarbeit mit „Südstadt-Leben e.V.“. In der öffentlichen Diskussion im Baui sind die Emotionen etwas hoch gekocht, verständlich bei der Präsentation und in der „Abkanzelung“ der Gegenargumente durch den Pfarrer. Hier haben beide Seiten die Bürde der Polemik zu tragen – Schnee von gestern…

Auch wenn „Bunt im Block“ ein anderes Bild vermitteln will, die meisten Südstädter sind erwachsen. Sie brauchen auch keine Nachhilfe im öffentlichen Diskurs. Bei diesem Großevent zeigt sich deutlich das Geflecht aus Kirche, Politik und geschäftlichen Interessen, was Nicht-Kölner gern als Kölschen Klüngel bezeichnen.

Gespannt denkt man an die nächste Bürgermeisterwahl…